

Nachdem wir in Teil 1 auf die grundlegenden Fragen der Existenzgründung eingegangen sind, u herauszufinden ob Sie ein Unternehmertyp sind, geht es nun an die Planung. Ich spreche hier aber noch nicht vom Businessplan. Als Lifestyle Entrepreneur sollten Sie Ihr Unternehmen so planen, dass es Ihren persönlichen Lebensstil unterstützt. Dazu ist es erstmal notwendig herauszufinden was in Ihrem individuellen Fall dazu genau nötig ist. Bevor Sie also Ihr Unternehmen planen, sollten Sie zunächst ihren eigenen Lebensplan entwerfen. Ihr Unternehmen sollte genau auf Ihren Lebensplan abgestimmt werden. So gewährleisten Sie, dass Sie später mit Spaß und Freude bei der Sache sind und die nötige Motivation aufbringen.
Um ehrlich zu sein kenne ich nicht wirklich viele Menschen die einen konkreten Plan für Ihr Leben haben. Statt aktiv zu sein, sehen viele nur zu wie Ihre Lebenszeit Tag für Tag vergeht. Viele planen eine Karriere, den Bau eines Hauses oder einen Urlaub, aber nur wenige Ihr Leben. Bei manchen führt das dazu, dass sie irgendwann an einem Punkt im Leben ankommen wo sie sich fragen was eigentlich schief gelaufen ist. So muß es aber nicht laufen. Vielleicht werden Sie jetzt sagen “Das Leben ist nicht planbar”. Das stimmt aber nur bedingt.
Ein Lebenspan wird Sie nicht vor alle den Überraschungen und unerwarteten Ereignissen schützen die das Leben bereit hält. Das wäre ja auch langweilig. Er wird Ihnen aber helfen eine aktive Rolle in Ihrem Leben einzunehmen und Ihrer Zukunft zu gestalten. Mit der Zeit werden Sie diesen Lebensplan immer wieder zu überarbeiten und an Ihre Entwicklung anzupassen. Er wird Ihnen dabei helfen die großen Punkte und Ziele im Auge zu behalten und Ihnen in schwierigen Zeiten als Wegweiser dienen.
Folgende Punkte sollte Ihr Lebensplan enthalten:
1. Ergebnisse zuerst
In dem Buch Die 7 Wege zur Effektivität nennt der Autor Stephen R. Covey den 2. Weg “Schon am Anfang das Ende im Sinn haben”
Stellen Sie sich selbst die Frage: Wohin soll mein Weg führen und wie will ich in Erinnerung behalten werden?” Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie einen Blick in die Zukunft werfen. Sie werden gezwungen sein über die Dinge nachzudenken die Ihnen am wichtigsten erscheinen.
Stellen Sie sich zunächst vor, was Sie selber über sich denken möchten wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken werden. Machen Sie das gleiche mit Ihrem Partner, Ihren Kindern, Eltern, Freunden und all denen deren Meinung oder Urteil Ihnen wichtig ist. Stellen Sie sich also Ihr ideales Leben vor und machen Sie sich eine Liste mit allen Punkten die Ihnen wichtig sind.
2. Prioritäten
In nächsten Schritt sollten Sie die Prioritäten in Ihrem Leben festlegen und Ihnen eine Rangfolge geben. Unter Prioritäten verstehe ich hier Punkte wie die eigenen Person, Familie, Partner, Gesundheit Freizeit, Geld, Karriere usw. Die Prioritäten sind natürlich von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich. Wichtig ist nur, dass sie ausgewogen sind und langfristig im Gleichgewicht gehalten werden
3. Der Staus Quo
Nun ist es an der Zeit zu analysieren wo Sie heute in Ihrem Leben stehen. Denken Sie dabei an Ihre Arbeit, Freunde, Familie, Freizeit, Ihre Beziehung, Ihre finanzielle Situation und alles andere was Ihnen wichtig ist. Unterteilen Sie jede dieser Kategorien in folgende Punkte:
- Lebensqualität bzw Zufriedenheit in der jeweiligen Kategorie auf einer Skala von 1-10
- Tatsachen wie Verantwortung, finanzielle Mittel, Ausgaben, persönliche Umstände
- Dinge die Sie Glücklich machen
- Dinge die Sie unglücklich machen
4. Ihre Vorlieben
Denken Sie über Dinge nach die Sie gerne tun, sei es im Arbeitsleben, in der Freizeit, zu Hause oder in welchem Bereich auch immer. Schreiben Sie all diese Dinge auf und stören Sie sich nicht daran wenn sich manches wiederholt. Dies deutet nur darauf hin, dass diese Dinge Ihnen besonders wichtig sind und Ihnen viel Freude bereiten. Hierbei geht es darum herauszufinden was Sie wirklich im Leben machen möchten. Diese Punkte werden im späteren Verlauf großen Einfluss auf ihr Geschäftsmodell und Ihre Unternehmensarchitektur haben. Nehmen Sie sich als ausreichend Zeit darüber nachzudenken.
5. Ihre Fähigkeiten
Machen Sie sich nun eine Liste mit Ihren Fähigkeiten und Erfahrungen die Sie gesammelt haben, unabhängig davon, ob diese in der Schule, während dem Studium, bei der Arbeit oder im Privatleben gesammelt wurden. Diese Fähigkeiten werden Ihnen helfen Ihren idealen Lebensstil zu verwirklichen und eine Geschäftsidee zu entwickeln die zu Ihnen und Ihrem Plan passt.
6. Ihre Arbeitsweise
Wie möchten Sie arbeiten? Vollzeit oder Teilzeit, Zu Hause oder unterwegs, ortsgebunden oder ortsunabhängig, Hinter den Kulissen oder mit Menschen? Auch diese Fragen sind enorm wichtig um Ihr Unternehmen später darauf auszurichten und entsprechende Ideen zu entwickeln.
Möchten Sie beispielsweise ortsunabhängig arbeiten so fallen einige Geschäftsmodelle schonmal aus. Wir werden uns im weiteren Verlauf dieser Serie mehr auf Geschäftsmodelle konzentrieren bei denen es keine Rolle spielt ob Sie nun zu Hause unterwegs oder wo auch immer arbeiten wollen.
7. Ihre Ziele und Absichten
Im letzten Schritt ihrer Lebensplanung geht es nun darum, Ihre Ziele, Absichten, Werte und Motivation zusammenzufassen. Sehen sie es als Zusammenfassung der Dinge die Sie in den Punkten 1-6 über sich herausgefunden haben.
Ein Beispiel:
Ich möchte arbeiten um frei zu sein, um meine eigenen Wünsche und Träume zu verwirklichen anstatt nur ein kleines oder auch großes Rad in einem Konzern sein. Ich möchte ein eigenes Unternehmen führen um meine eigenen Entscheidungen treffen zu können, meine Zeit selber einzuteilen und mir aussuchen mit wem und wo ich arbeite. Ich möchte eigene Ideen verwirklichen und die Arbeit an mein Leben anpassen nicht umgekehrt.
Ich möchte arbeiten um mich selbst zu verwirklichen. Wenn ich morgens aufwache kann ich kaum erwarten den Rechner einzuschalten, online zu gehen und mit der Arbeit die ich liebe loszulegen. Es macht mir Freude neue Ideen zu entwickeln und daran zu arbeiten Sie in die Realität zumzusetzten. Es macht mir Spaß anderen dabei zu helfen ihre Ideen oder Wünsche in Geschäftsmodelle zu verwandeln.
Das ist ein kleiner Ausschnitt wie so eine Manifestation ihrer Ziele aussehen kann. Ihre eigene Zusammenfassung sollte nicht länger als eine DIN-A4 Seite sein.
8. Handlungen die Sie ans Ziel bringen
An diesem Punkt wissen Sie nun wie Ihr Leben in den wichtigsten Punkten aussehen soll. Nun ist es Zeit zu Handeln. Was muß ich tun um meinen Lebensplan zu verwirklichen? Welches Geschäftsmodell ist dafür geeignet? Mit welcher Unternehmensarchitektur kann ich meinen Lebensstil am besten umsetzten. Welche Möglichkeiten gibt es überhaut? Wie gründe ich ein Unternehmen? Was muss ich beachten? Diese Fragen und andere Punkte werden wir im weiteren Verlauf dieser Serie behandeln.
Hilfsmittel:
Ich habe Ihnen HIER eine Vorlage vorbereitet die Sie für Ihren eigenen Lebensplan verwenden können.
Ein weiteres sehr hilfreiches Zielplansystem können Sie sich HIER als PDF herunterladen. Ich habe es auch selbst verwendet. Allerdings geht es viel mehr ins Detail. Vieles davon geht zu weit gemessen an dem Punkt der Planung an dem wir uns gerade befinden. Ich denke aber es wird sich noch, besonders im weiteren Verlauf dieser Artikelserie, als sehr hilfreich erweisen können.
Wenn sie der englischen Sprache mächtig sind dann ist vielleicht auch das “Life Planning Workbook” interessant für Sie. Das kostenlose PDF gibt es hier: http://www.achieve-goal-setting-success.com/support-files/goalsettingworkbook.pdf
Weiter nützliche Arbeitsblätter zur Lebensplanung (ebenfalls in englisch) finden Sie hier: http://www.achieve-goal-setting-success.com/life-planning-workbook.html
Wenn Sie noch mehr zur Motivation für Existenzgründer lesen möchten dann schauen Sie mal auf dem Blog “Business Lounge” von Tom vorbei. Er schreibt dort eine Artikelserie mit dem gleichnamigen Thema. Hier finden Sie Teil 1.
Bild: Barcelona Sunset by MorBCN


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