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Online Marketing: Kosten sparen in der Startup Phase

Die Gründungsphase ist die spannendste Zeit einer jungen Firma überhaupt. Alle verfügbare Energie fließt in die neue Firma, die mit zumeist sehr limitierten Mitteln schnell bekannt gemacht werden muss.

Gerade bei modernen Ansätzen wie dem Bootstrapping, bei dem man seine Firma praktisch fast ohne Startkapital aufbaut, ist jede Form von kostengünstiger Aufmerksamkeitsgenierierung heiß begehrt.

Der effektivste Marketingkanal für fast alle Branchen ist mittlerweile das Internet geworden. Das Kosten-/Nutzen-Verhältnis einer Internetseite ist dabei ganz besonders hoch – und das nicht nur, weil man dann etwas auf seine Visitenkarten drucken lassen kann.

Ein weiterer wichtiger Online Marketing-Bestandteil ist der E-Mail Verteiler, den man möglichst frühzeitig aufbauen sollte. Vor allem in der Startup-Phase ist es sinnvoll Adressen von Interessenten einzusammeln, die man dann beim Launch benachrichtigen und zu Multiplikatoren machen kann. Das Startup, das es schafft die eigene Begeisterung nach außen zu transportieren, wird es einfacher haben einen Buzz um das neue Produkt herum a) aufzubauen und b) durch kluge Kommunikation zu fördern.

Nun ist es nicht selten so, dass man im Team zwar mit Marketing Manpower ausgestattet ist, die entsprechende Person in seinem alten Job aber nur immer mit Agenturen zusammengearbeitet hat. Folglich mangelt es nicht an konzeptionellen Fähigkeiten, dafür aber an konkretem Wissen, wie man eine Website oder einen professionellen Newsletter umsetzt. Und die Agenturen mit denen man zusammengarbeitet hat als man noch im Job war, sind leider in der Gründungsphase nicht wirklich erschwinglich.

Website und Newsletter im Eigenbau erstellen?

Kostensparende Möglichkeiten das Online Marketing aufzubauen gibt es zu genüge, allerdings muss jedes Jungunternehmen gut überlegen, ob das im Individualfall der richtige Weg ist. Alles selbst zu machen spart zwar Geld, kostet dafür aber Zeit.

Firmen-Website

Der grundsätzlich wichtigste Punkt ist, dass man ein System verwendet, das einen nach Fertigstellung des Website-Projektes nicht „aussperrt“ aufgrund von fehlenden Technik- bzw. HTML-Kenntnissen –  dieses Problem besteht vor allem bei hand-codierten bzw. mit einem überdimensionierten Content Management System erstellten Webseiten.

Durch den Einsatz einer Baukastenlösung kann man diese Problematik ganz gut umschiffen, weil man bestehende Texte oder neue Artikel ganz einfach selbst bearbeitet.

Eine Möglichkeit ist dafür grundsätzlich das Open Source System WordPress.org, mit dem auch die Start-Up Klinik arbeitet, oder ein Homepage-Baukastensystem wie Jimdo.

Diese beiden Wege sind mit bestimmten Vor- und Nachteilen verbunden: so bietet WordPress generell mehr Flexibilität, und mit seiner großen Community auch eine reichere Auswahl an Designvorlagen, als die proprietären Homepage-Baukästen. Durch kostenlose und kostenpflichtige Plug-Ins kann man seine Website mit zahlreichen Features ausstatten, die dem Besucher Mehrwert bieten können.

Auf der anderen Seite kann man mit Jimdo & Co. eine Website erstellen ohne mit der Technik selbst in Berührung zu kommen – man klickt sich seine Homepage im wahrsten Sinne des Wortes zusammen. Nicht wenige junge Start-Ups setzen mittlerweile auf diese Lösungen, da sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen können. Domain und Hosting kommen aus einer Hand, außerdem entfallen regelmäßige Sicherheitsupdates, denn diese führt der Anbieter im Hintergrund durch. Zu guter Letzt kommt man noch in den Genuß von individuellem Support.

Mehr über die Vor- und Nachteile von Homepage-Baukästen finden Sie hier. Weitere interessante Homepage-Baukasten Anbieter für Existenzgründer sind neben Jimdo auch Webnode und  Squarespace.

E-Mail Newsletter Software

Nicht nur für die Webseitenerstellung gibt es Baukastensysteme: auch E-Mail Marketing ist aus Anwendersicht nicht mehr so komplex wie früher. Beim E-Mail Marketing macht es sogar noch mehr Sinn auf eine beim Anbieter gehostete Lösung zu setzen als bei der Website-Erstellung.

Der Grund dafür ist einleuchtend: bei einer gehosteten Lösung verwendet man die E-Mail Server des Anbieters für den Versand. Und dieser trägt dafür Sorge, dass eine hohe Zustellbarkeit gewährleistet ist. Das erreicht dieser z.B. durch entsprechende Whitelistings bei den großen Internet Service Providern (z.B. GMX).

Wenn man nicht möchte, dass ein Großteil der Newsletter von Spam-Filtern geschluckt wird, ist es beim Versand von Massen-E-Mails unbedingt erforderlich einen Mailserver mit guter Reputation zu verwenden. Einen solchen hat man leider nur in den seltensten Fällen in der Firma herumstehen.

Ein recht solides und gleichzeitig preiswertes Newsletter Tool (ab 0,01 € pro E-Mail ohne Mindestumsatz) ist CleverReach Die Bedienung ist auch für E-Mail Marketing Einsteiger nicht zu kompliziert geraten – setzt aber dennoch voraus, dass die Lust besteht, sich gründlich mit der Webanwendung auseinander zu setzen. CleverReach bietet erfreulicherweise auch eine E-Mail Client-Vorschau an: so kann man vor dem finalen Versand prüfen, ob die E-Mail beim Empfänger richtig dargestellt wird. Bei HTML Newslettern leider immer wieder ein Thema.

Ein weiterer interessanter E-Mail Marketing Anbieter für kleinere Firmen ist das englischsprachige Tool MailChimp, das man mit bis zu 2000 Abonnenten sogar kostenlos nutzen kann (allerdings enthalten die Newsletter dann einen kleinen Werbebutton). Der Funktionsumfang ist enorm.

Fazit

Ob man sich selbst an die Umsetzung von Firmen-Website und E-Mail Marketing macht, sollte man sich gründlich überlegen. Die Arbeitszeit muss ja nicht zwangsläufig komplett einer der Gründer aufbringen, eventuell bietet es sich an, einen fähigen Praktikanten oder Studenten als Unterstützung dafür einzuspannen.

Die Online Marketing-Betreuung in die Hände eines Dienstleisters legen kann man immer noch, wenn der Laden erst einmal brummt. Wie man an diesen Punkt kommt, ist letztendlich egal – Hauptsache man erreicht ihn früher oder später.

Autoreninfo

Robert Brandl betreibt zwei Websites auf denen er Online-Tools auf Herz und Nieren prüft. Auf WebsiteToolTester.com nimmt er die besten Homepage-Baukasten Anbieter unter die Lupe. Seit kurzem werden nun auch E-Mail Marketing Lösungen für kleine und mittelgroße Firmen auf EmailToolTester.com getestet. Vor seiner Selbständigkeit hat er fast fünf Jahre lang bei der Frankfurter Marketing Agentur Publicare Praxiswissen im Online-Bereich gesammelt.

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Bild: CC by Esparta

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