

Outsourcing – in aller Munde. „Outsourcing“ ist die Verlagerung von internen Prozessen, Aufgaben oder Projekten an externe Dienstleister. Aber was steckt genau dahinter und wo liegt der Ursprung?
Der Begriff ist von „outside ressource using“ abgeleitet. Das Konzept ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern geht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Nachdem Adam Smith die Prinzipien der Arbeitsteilung einführte, folgte wenig später auch die Auslagerung von Aufgaben, hauptsächlich als Mittel der Effizienzsteigerung.
Anfänglich war Outsourcing stark auf die Fertigungsindustrie beschränkt. Beispiele sind hier die Automobilhersteller, die viele Komponenten von externen Produzenten einkauften und dann erst am Endproduktionsort zu einem fertigen Auto zusammenfügten.
In den vergangenen Jahren weitete sich das Outsourcingkonzept auf alle Bereiche der Wirtschaft aus. Dienstleistungen im handwerklichen Bereich machten den Anfang, mittlerweile findet man aber Anbieter für so gut wie jede Art von Dienstleistung. Einen großen Anteil am Outsourcingmarkt hat seit nunmehr einigen Jahren der IT-Bereich.
Im Prinzip können alle Unternehmensbereiche der sogenannten Wertschöpfungskette ausgelagert werden, ob das sinnvoll ist, muss jedes Unternehmen individuell analysieren. Man kann grundsätzlich drei Hauptarten des Outsourcings unterscheiden:
- Business Process Outsourcing
Beim Business Process Outsourcing (BPO) werden ganze Geschäftsprozesse an externe Dienstleister ausgelagert. Im Jahr 2010 lag die geschätzte Marktgröße für BPO bei 40 Milliarden US-$. Ein typisches Beispiel für BPO ist die Verlagerung des Managements der gesamten IT-Infrastruktur an externe Dienstleister. - Knowledge Process Outsourcing
Beim Knowledge Process Outsourcing (KPO) werden ebenfalls Geschäftsprozesse ausgelagert, diese erfordern aber besonderes Wissen von internen Abläufen des Unternehmens und sind daher bezüglich des Steuerungsaufwands komplexer. KPO ist beispielsweise die Nutzung von externen Beratern für die Entwicklung einer neuen Marktstrategie. - Outtasking
Im Unterschied zum BPO oder KPO werden beim Outtasking nicht ganze Prozesse, sondern einzelne Aufgaben ausgelagert. Outtasking ist bei vielen Unternehmen der erste Schritt in Richtung Outsourcing. Outtasking wird häufig von Unternehmen angewandt, die für eine einzelne Aufgabe nicht die Möglichkeit sehen, Personal einzustellen. Daher ist es besonders für kleine und mittelständische Unternehmen oder Start-ups interessant.
Die Vorteile von Outsourcing
Outsourcing bringt eine Reihe an Vorteilen mit sich, die für Unternehmen jeder Größe nutzbar sind. Einer der Outsourcing-Vorteile ist die Möglichkeit der Kostenreduktion, da keine internen Kostenstellen entstehen. Dies erhöht im gleichen Schritt die Transparenz, da ausgelagerte Aufgaben klar abgerechnet werden können. Ein weiterer sehr wichtiger Vorzug von Outsourcing ist der Zugewinn von Wissen für Aufgaben, die intern nicht oder nur schlechter erfüllt werden können.
Weiterhin ist Outsourcing eine wirksame Stellschraube für die Erhöhung der Flexibilität eines Unternehmens, da der Outsourcing-Dienstleister bei Bedarf mit mehr Aufgaben betraut werden kann und das Unternehmen so in Zeiten hoher Anforderungen schnell auf eine gesteigerte Nachfrage reagieren kann.
Outsourcing ermöglicht es Unternehmen, sich mehr auf die Kernkompetenzen konzentrieren zu können. Dies ist gerade bei neugegründeten Unternehmen sehr wichtig, da sich die Gründer auf die Weiterentwicklung des Unternehmens konzentrieren können, anstatt sich mit Aufgaben, die nicht Kernkompetenz sind, „herumzuschlagen“.
Hauptanwendungsgebiete von Outsourcing
Da sich mittlerweile so gut wie alle Unternehmensbereiche an externe Dienstleister auslagern lassen und viele Unternehmen davon Gebrauch machen, stellt sich natürlich die Frage, was am häufigsten ausgelagert wird. Die Anwendung von Outsourcing und Offshoring gestaltet sich wie folgt:
Spitzenreiter beim Outsourcing ist die IT-Branche. In der Studie „Trends in Outsourcing“ geben 56 % der befragten Unternehmen an, in großem Maße Aufgaben oder Prozesse der IT auszulagern. Im Bereich Personal sind es 44 %, bei den Telekommunikationsdiensten 37 % und im Facility Management 26 %. Weitere Bereiche, die Unternehmen gern in die Hände externer Dienstleister geben, sind E-Commerce bezogene Aktivitäten (16 %), Call Center (15 %), Rechnungswesen (13 %) oder Logistik (11 %).
Der Umschwung im Outsourcing
Im Outsourcing zeichnen sich einige neue Trends ab. Einer dieser Trends ist die Nutzung von Outsourcing durch kleine und mittelständische Unternehmen und durch Start-ups. Der einfache Zugang zu Outsourcing-Dienstleistern, zum Beispiel über Online-Plattformen wie twago, setzt die Barriere für Nutzer von Outsourcing ohne großes Auftragsvolumen weiter nach unten.
Weiterhin werden zunehmend auch andere Prozesse neben dem „klassischen“ Outsourcing im IT- oder Produktionsbereich ausgelagert. Dieser Trend steht in engem Zusammenhang mit der Nutzung von Outsourcing durch kleinere Unternehmen. Bei ihnen lohnt sich die Auslagerung von Aufgaben – häufig auf Grund nicht vorhandenen Personals – bereits in kleinerem Umfang, wie Übersetzungen. Während große Unternehmen häufig eigene Übersetzer beschäftigen, geben kleine Unternehmen die zu übersetzenden Texte gern an professionelle Übersetzer ab. Diese können bei Bedarf Aufgaben übernehmen, sind schnell und beherrschen ihr Handwerk perfekt.
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