Seite auswählen

Was technologieorientierte Startups von Star Wars lernen können

Ich bin ansich kein großer Science Fiction Fan, mit Ausnahme von Star Wars. Nachdem die aktuelle VW Werbung die Filme wieder in mein Bewusstsein brachte und ich mir in den letzten Wochen auch nochmal alle sechs Episoden angesehen habe, habe ich mich im Netz ein wenig auf die Suche gemacht. Gefunden habe ich einen Artikel von Duleepa Wijayawardhana, in dem er beschreibt was Startups von Star Wars lernen können. Um genau zu sein aus der alten Trilogie, also Episode IV, V und VI. Darin vergleicht er die Gründung eines Startup Unternehmens mit der Befreiung der Galaxie aus den Fängen der Sith folgendermaßen:

Episode IV – Eine neue Hoffnung

Die Gründung eines Startups ist vergleichbar mit der Situation des jungen Luke Skywalker, der in der Wüste von Tatooine realisiert, dass das Leben mit seinem Onkel und seiner Tante nicht alles sein kann. Dieser Gedanke ist der Anstoß zu „einer neuen Hoffnung“, die Idee etwas neues zu erschaffen und vielleicht sogar die Welt damit zu verändern. Der erste Schritt in diese Richtung ist das Gewohnte hinter sich zu lassen, sich eventuell einen Partner, einen eigenen Obi-Wan zu suchen und loszulegen.

Die Startup Phase ist von dem Gefühl geprägt alleine gegen den Rest der Welt zu stehen. Die Eltern, Freunde und Bekannte werden in der Regel von diesem Schritt abraten und einem nicht gerade Mut zusprechen. Viele Gründer werden das sicher kennen. Getrieben von der Idee, den eigenen Fähigkeiten, der Macht, wenn man so will, bleibt einem nichts anders übrig, als sich alleine auf den Weg zu machen die Prinzessin zu retten.

Alleine mit seiner Idee, von der noch niemand weiß, findet man sich gewissermaßen in der Rolle eines Rebellen wieder, der sich dem Imperium gegenüberstellt. Gerade technologieorientierte Startups stehen vor einen Imperium aus Großunternehmen. Sie müssen oft gegen einen übermächtigen Todestern bestehen.

Die Idee und Analyse der Situation reicht aber nicht aus. Es gilt sie auch umzusetzen. Der Unterschied zwischen Luke und den anderen Piloten am Ende von Episode IV ist, dass er seine Instinkte einsetzt um den Todesstern zu bezwingen. Am Ende kommt es nicht auf das Training an, nicht auf das Wissen allein, sondern vielmehr darauf, all das Gelernte mit seinen Instinkten und individuellen Fähigkeiten zu kombinieren.

Episode IV ist wie die Geschichte von David gegen Goliath, eine Situation in der sich viele Startups sehen. Sie sind Luke, Han und Lea gegen den Rest der Welt und lassen sich durch nichts entmutigen.

Episode V – Das Imperium schlägt zurück

Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. Während „Eine neue Hoffnung“ den Anstoß gibt, so nimmt Episode V schnell den Wind aus den Segeln. Es gibt wohl keinen Startup Entrepreneur der nicht eines Morgens mit Selbstzweifeln aufwacht und sich die Frage stellt was er da eigentlich macht. Ist man erstmal auf der Bildfläche erschienen, wird das Imperium einem das Leben früher oder später versuchen schwer zu machen. Es wird Unternehmen geben die versuchen werden einem Steine in den Weg zu legen.

Wurde ein Startup anfangs noch nach der Bootstrapping-Methode aufgebaut, bei der die Verantwortung überschaubar war, so wächst dieselbe auch mit dem Unternehmen. Plötzlich ist dort die Verantwortung Partnern, Mitarbeitern oder Geldgebern gegenüber.

Schnelles Wachstum ist eine heikle Phase für Startups. Viele Annahmen die ursprünglich getroffen wurden, werden sich als falsch erweisen und spätestens an diesem Punkt werden sich viele auf die Suche nach der Hilfe von Yoda begeben. Niemand kann alles wissen und schon garnicht vorhersagen. Soll ein Startup wachsen so ist es früher oder später auf Hilfe von außen angewiesen. Sei es die Hilfe von Mentoren, Beratern, Investoren oder wem auch immer. Das schwierigste in dieser Phase wird es sein, die Balance zu finden zwischen dem was andere einem zu tun raten und dem was man selber tun möchte. Das ist der Punkt an dem man sich weiterentwickeln muß.

Ich selber kenne die Situation aus meinem Ex-Großprojekt über das ich im Zusammenhang mit dem Sinn und Unsinn von Businessplänen geschrieben habe. Sobald man auf die Unterstützung von außen angewiesen ist, wird man sich auch mit Ratschlägen und neuen Ideen auseinandersetzten müssen über die man zunächst nicht nachgedacht hat. Die Kunst besteht darin, zum einen die richtigen und guten Ideen anzunehmen und gleichzeitig seine eigenen Standpunkte durchzusetzten. Das wird nicht immer leicht zu entscheiden sein.

Episode V ist ein wichtiger Wendepunkt für Luke. Er realisiert, dass er nicht mehr einfach der wilde Rebell sein kann und dass das Imperium ein Gegner mit vielen Facetten ist. Gerade in der Wachstumsphase realisieren viele Startups, dass sie von ihren Mitbewerbern eine Menge lernen können, gerade weil sie versuchen einem das Leben zu erschweren. Es nützt nichts sie dafür zu verfluchen, das wird einen nicht weiterbringen.

Episode VI – Die Rückkehr der Jedi Ritter

Der Erfolg vieler Film-Trilogien endet oft mit dem dritten Film. Nur wenige schaffen es, den Erfolg der ersten beiden Filme auch im dritten fortzuführen. Genauso ist es auch mit vielen Startups, nur wenige überstehen diese zweite, schwierige Phase. Haben sie jedoch unter Beweis gestellt, dass sie fähig sind zu überleben, Ratschläge anzunehmen, gleichzeitig ihre eigene Idee am Leben zu erhalten und weiterzuentwickeln, so haben sie es erfolgreich in Folge drei geschafft.

Nun ist es an der Zeit den großen Plan weiter zu verfolgen, sich nicht ablenken zu lassen und auch keine Nebenprojekte zu starten. An diesem Punkt wird der Unternehmer realisieren, dass er neue Freunde gefunden hat. Freunde die er früher nicht kannte – Kunden, um genau zu sein, eine genau definierte Zielgruppe. Wijayawardhana zögert ein wenig die Kunden Ewoks zu nennen, um aber die Analogie fortzuführen bleibt er aber dabei. Mit den Kunden, also den Ewoks hinter sich, ist man nun bereit das Imperium mit seinem neuen Todesstern in die Knie zu zwingen.

Schwer zu sehen, in ständiger Bewegung die Zukunft ist. Hier endet die Startup Phase, und ein immerwährender Kampf (Wettberwerb) beginnt. Wird man unterliegen? Wird man übernommen und sich dem Imperium anschließen oder wird das Imperium fallen? Viele Ungewissheiten, die nur durch Flexibilität, der Fähigkeit sich weiterzuentwickeln und letztlich von den Kunden entschieden werden.

In welcher Phase Ihr euch auch befindet. Möge die Macht mit euch sein…

Bild: Some rights reserved by d.loop

Quelle: http://www.businessinsider.com