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Bewertungsportale & Lokales Online-Marketing

Für diejenigen Leser, die es noch nicht mitbekommen haben: Der folgende Beitrag ist der vierte Teil einer umfassend angelegten Artikelserie rund um lokales Online-Marketing.

Im ersten Beitrag „Lokale Suche & Kundengewinnung im Internet“ wird eine Einführung in den lokalen Suchmarkt und ein Überblick über die unterschiedlichen Kanäle geboten, die es bei der lokalen Online-Vermarktung zu berücksichtigen gilt.

Der zweite Beitrag handelt von der Gegenüberstellung „Kundengewinnung Online VS. Offline“ und vergleicht dabei die herkömmlichen Offline Marketing-Methoden mit der digitalen Vermarktung über das Internet. Angereichert wird der Artikel durch eine Vielzahl aussagekräftiger Statistiken und Verbraucheranalysen, die den Stellenwert der unterschiedlichen Kanäle Offline wie Online unter die Lupe nehmen.

In dem dritten Beitrag „Google Places Profil erstellen & Optimieren“ wird es dann schon konkreter, da hier eine praxisnahe Anleitung zur Anlegen eines Firmenprofils sowie zahlreiche hilfreiche Tipps zur Vermeidung von Problemen auf Google Places geboten werden.

[image title=“bewertungsportale01″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/Bewertungspotale01.jpg[/image]

Places zeigt keine Bewertungstexte externer Portale mehr an

Ich hatte eigentlich vor, meinen heutigen vierten Artikel über „Bewertungsportale“ schon eher zu veröffentlichen, dann kamen aber einige Entwicklungen rund um Google Places dazwischen, die die Spielregeln – wenn auch nur geringfügig – verändert haben.

Die größte Neuerung hat zunächst zu verhältnismäßig viel Rummel in der „Local SEO“ Szene geführt, denn Google hat sich entschieden fortan keine Bewertungen externer Bewertungsportale mehr auf Google Places anzuzeigen. In dem Beitrag „The Ongoing Evolution of Place Pages“ im offiziellen Google Blog äußert sich das Unternehmen zu den Beweggründen für diese Entscheidung.

Daraus ergeben sich für lokale Betriebe und Dienstleister ganz spontan folgende Fragen, die ich vor meinem „eigentlichen“ Artikel zu beantworten versuche:

Wozu braucht man dann noch Bewertungsportale?

  • Ist es nicht viel wichtiger nur Empfehlungsmarketing über Google Places zu betreiben?
  • Sind die bisherigen Kundenbewertungen unwichtig?
  • Kann man neue Bewertungen von Kunden auf anderen Portalen als Google Places jetzt ignorieren?
  • Was bedeuten diese Entwicklungen für die Neukundengewinnung?

Darüber hinaus möchte ich in dem heuten Beitrag schließlich folgende Aspekte angehen:

  • Was für Bewertungsportale gibt es?
  • Welche davon sind für die Google Places Optimierung relevant?
  • Was gilt es beim Anlegen eines Firmenprofils zu beachten?
  • Was gibt es beim Thema Kundenbewertung zu beachten?
  • Wie geht man mit negativen Bewertungen um?
  • Wie betreibt man Online Reputation-Management effektiv und dazu noch kostenlos?
  • Was hat der gute Ruf im Internet mit lokaler Suchmaschinenoptimierung & effektiver Kundengewinnung zu tun?
  • Was für klassische SEO-Maßnahmen kann man einleiten, um negative Bewertungen zu verdrängen? Bringt das wirklich was?

Wozu braucht man noch Bewertungsportale?

Ganz einfach: Auch wenn Google keine Bewertungen anderer Bewertungsplattformen mehr anzeigt, ist es offensichtlich, dass sich am Ranking der bisher mit zahlreichen Bewertungen ausgestatteten Firmenprofile rein gar nichts geändert hat. Sämtliche Experten auf dem Gebiet der lokalen Suchmaschinenoptimierung sind sich auch angesichts einiger offizieller Aussagen von Google Mitarbeitern im Google Places Forum einig, dass die Bewertungen – wenn auch nicht angezeigt – nach wie vor zur Kalkulation des Rankings lokaler Suchtreffer herangezogen werden.

Das macht auch Sinn, denn Google erstellt anhand der Bewertungen und Firmendaten, die über das Web verteilt sind, einen „lokalen Ranking-Wert“ für das jeweilige Firmenprofil. Verweisen nun etliche seriöse Quellen (Bewertungsportale, Branchenverzeichnisse) auf ein bestimmtes Unternehmen, welches nahe beim Ort der Suchanfrage liegt, dann erhält dieses einen höheren „Location Prominence“ Wert, als ein eher unbekannter Betrieb, der weiter entfernt vom zur Suchanfrage passenden Ort liegt.

Außerdem: Es werden nach wie vor Links auf den Google Places Seiten angezeigt, die direkt zu den Bewertungsportalen verweisen, auf denen aussagekräftige Bewertungen über das jeweilige Unternehmen zu finden sind.

Über diese Links bilden sich Verbraucher ihre Meinung, je nachdem in welcher Phase ihrer Branchensuche diese sich befinden. Etliche Nutzer gelangen außerdem über Google oder durch Direkteingabe auf einschlägige Bewertungsportale, um sich dort einen Eindruck über den Anbieter zu verschaffen. Erst am Ende der Recherche steht die Suche nach konkreten Adress- und Kontaktdaten eines lokalen Unternehmens.

Ist es nicht viel wichtiger nur Empfehlungsmarketing über Google Places zu betreiben?

Letztendlich ist der Stellenwert der Bewertungsportale viel zu kurz gegriffen, wenn man lediglich ein gutes Ranking auf Google Places im Blick hat. Angesichts des Verbraucherverhaltens und aktueller Nutzerstatistiken ist offensichtlich, dass gerade der lokale Suchmarkt viel zu stark fragmentiert ist, als dass es für ein lokales Unternehmen ausreicht, lediglich auf einem Kanal für sich zu werben. Mehr dazu findet man in dem Artikel „Lokaler Suchmarkt: Was für ein Chaos…?“

Aus diesem Grund sollte man als lokaler Betrieb oder Dienstleister grundsätzlich eine mehrgleisige Strategie fahren. Dazu gehören neben Bewertungsportalen – um die sich in dem heutigen Beitrag alles drehen wird – und Google Places, auch noch andere Möglichkeiten wie bspw. Deal-Plattformen und Social Media Maßnahmen, die ich in den weiteren Beiträgen dieser Artikelserie noch näher beleuchten werde…

[image title=“bewertungsportale02″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/bewertungsportale02.jpg[/image]

Das Hauptproblem an den Bewertungen direkt auf Google Places ist außerdem, dass diese eine verhältnismäßig niedrige Sichtbarkeit aufweisen, da über 90% der Nutzer derzeit nicht auf der Google Places Seite landen, sondern über die Suchergebnisseiten direkt zur verlinkten Firmenwebsite navigieren. Da wäre es doch schade, wenn die zahlreichen guten Bewertungen, die zufriedene Kunden abgegeben haben, nun nur so wenig sichtbar sind.

Wer demnach als lokaler Anbieter darauf achtet, dass stets aktuelle Bewertungen auf den wichtigsten, passenden Bewertungsplattformen zu finden sind, dann erhöhen sich auch drastisch die Chancen, dass mehr Nutzer diese finden können und sich schließlich für das jeweilige Unternehmen entscheiden, denn Firmenprofile auf Bewertungsportalen ranken umso besser, je mehr Bewertungen zu finden sind, die dazu idealerweise auch noch einen aktuellen Bezug aufweisen.

Sind die bisherigen Kundenbewertungen unwichtig?

Keinesfalls, denn diese werden nach wie vor zur Kalkulation der lokalen Rankings im Rahmen der Google Place Search herangezogen – es können auch nach wie vor Nutzer zu diesen Bewertungen gelangen! Stellt man überdies fest, dass viele Besucher über ein bestimmtes Portal mit älteren Kundenmeinungen zur Firmenwebsite gelangen, dann ist das ein klares Indiz dafür, dass man seine Kunden verstärkt darauf hinweisen sollte, einen doch bitte genau auf diesem Portal online zu bewerten.

Es bietet sich außerdem an, von der Firmenwebsite auf sämtliche relevante Bewertungsportale oder gleich direkt zu den einzelnen Bewertungen zu verlinken, damit Besucher der Unternehmenshomepage diese nur einen Klick entfernt kurz lesen können.

Kann man neue Bewertungen von Kunden auf anderen Portalen als Google Places jetzt ignorieren?

Auch hier gilt: Nein, denn genau wie bei älteren Bewertungen können gerade Reviews jüngeren Datums aufgrund des Aktualitätsfaktors sehr gut in der Google Suche positioniert sein. Auch dies führt zu Besucherkontakten mit dem bewerteten Unternehmen und sollte daher im Rahmen eines gezielten Review-Management im Auge behalten werden, um möglichst viele „Bälle im Spiel zu haben“, damit die Chancen zur Kundengewinnung im Internet erhöht werden.

Was bedeuten diese Entwicklungen für die Neukundengewinnung?

Für diejenigen Unternehmen, die sich bereits aktiv mit der Thematik „Empfehlungsmarketing“ und „Kundenbewertungen“ auseinandergesetzt haben, ändert sich rein gar nichts. Diese können und sollten genau so weitermachen, wie bisher auch: Sich regelmäßig um Bewertungen bemühen, die Kunden Online wie auch Offline um Feedback bitten, über die eigene Firmenwebsite auf die Möglichkeit aufmerksam machen, dass auf anderen Portalen aktuelle Bewertungen zu finden sind und dass man sich als Betrieb oder eben Dienstleister darüber freut, wenn ein Kunden eine Bewertung online stellt. Unterstützt werden kann die Angelegenheit noch durch kleinere Rabatte oder Gewinnspiele unter allen aktuellen Kunden, die ein Review veröffentlicht haben.

In dem Beitrag „Bewertungen, Reviews & Empfehlungen: Wie Kunden aktivieren?“ habe ich zwanzig praxisorientierte Tipps zusammengestellt, wie lokale Unternehmen regelmäßig an zahlreiche neue Bewertungen von Kunden gelangen können.

Was für Bewertungsportale gibt es?

Hier soll nun keine umfassende Auflistung aller Bewertungsportale erscheinen, die für unterschiedliche Branchen eine gewisse Relevanz aufweisen. Da jedoch nicht jedes lokale Unternehmen diesen Markt wie die eigene Westentasche kennt, hier im kurzen die wichtigsten Bewertungsplattformen in Branchen mit hoher Nachfrage, die bei der lokalen Vermarktung berücksichtigt werden sollten.

[image title=“bewertungsportale03″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/bewertungsportale03.jpg[/image]

Außen vor lassen möchte ich dabei Produktbewertungsportale wie Ciao.de oder Dooyoo.de, ebenso auch Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu.com und ähnliches, was keinen direkten Bezug zur lokalen Branchensuche aufweist. Eine wirklich umfassende, wenn auch z.T. veraltete und skurril sortierte Auflistung zahlloser Bewertungsplattformen findet man übrigens hier.

Allgemeine Bewertungsportale für alle Branchen:

  • KennstDuEinen.de
  • Qype.com
  • Tupalo.com
  • Google Places
  • Yelp.de
  • Golocal.de

Medizin Bewertungsportale

  • DocInsider.de
  • Imedo.de
  • Jameda.de
  • Sanego.de
  • Klinikbewertungen.de

Anwalt Bewertungsportale

  • Anwalt.de
  • Rechtsanwalt.am
  • Anwaltvergleich24.de
  • Meine-Anwaltsbewertung.de

KFZ- & Autowerkstatt Bewertungsportale

  • Autoplenum.de
  • Autoaid.de
  • Carmondo.de
  • Motor-Talk.de

Hotel- & Urlaub Bewertungsportale

  • Hotel.de
  • Holidaycheck.de
  • Tripadvisor.de
  • Tripsbytips.de
  • Trivago.de
  • Zoover.de
  • Votello.de

Restaurant Bewertungsportale

  • Speisekarte.de
  • Restaurant-Kritik.de
  • Townster.de
  • Varta-Guide.de

Daneben existiert freilich noch eine Vielzahl weiterer Plattformen, auf denen Kunden ihre Meinung online stellen können. Hier gilt für die Auswahl derer auf die man sich beim Marketing konzentrieren sollte folgendes: Ist das Portal für ein paar wichtige Suchbegriffe in meiner Stadt (z.B. „Heizungsbau Marburg“ oder „Nachhilfeunterricht Dresden“) oder für den Firmennamen („Mustermann GmbH Freiburg“) bereits prominent auf Google zu finden?

Wenn ja, dann spricht nichts dagegen Kunden zu bitten einen hier zu bewerten, bzw. dieses Portal künftig im Auge zu behalten, um zu erfahren, wie man als Anbieter seine Qualität noch weiter verbessern kann.

Welche davon sind für die Google Places Optimierung relevant?

Bewertungen auf sämtlichen der oben aufgeführten Portale tragen positiv dazu bei, dass Ranking bei Google Places zu verbessern. Welche anderen Bewertungsportale darüber hinaus auch noch für Google Places / Maps relevant sind kann man eigenständig wie folgt herausfinden:

Man gibt einfach direkt auf Google Maps den site: Suchanfrageparameter in Kombination mit der Domain des Portals, das geprüft werden soll ein:

[image title=“bewertungsportale04″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/bewertungsportale04.jpg[/image]

Tauchen anschließend in der linken Ergebnisleiste einige Treffer zusammen mit Kommentaren von dieser Plattform auf, dann ist davon auszugehen, dass das jeweilige Bewertungsportal zur Kalkulation der Rankings auf Google Places ausgewertet wird.

Was gilt es beim Anlegen eines Firmenprofils zu beachten?

Da Google die Rankings unter anderem auch anhand der Konsistenz von Adress- und Kontaktdaten eines Unternehmens im Web kalkuliert, ist es wichtig hier einheitlich vorzugehen. Jeder Firmeneintrag im Internet, d.h. also auch Firmenprofile auf Bewertungsportalen, sollte stets aktuell und korrekt sein. Jede Unregelmäßigkeit kann hier das Ranking bei der lokalen Google Suche beeinträchtigen.

Idealerweise wird dabei auf allen Portalen immer die offizielle Firmenbezeichnung verwendet, genau wie dies auch aufgrund der Google Places Qualitätsrichtlinien auch beim Places Eintrag zu halten ist.

Jede Adress- oder Kontaktdatenänderung sollte zeitgleich auf allen Portalen korrigiert werden, wo dies notwendig ist. Es sollte dabei vermieden werden, den Korrekturprozess auf zwei, drei Monate zu verlängern.

Falls man die Möglichkeit hat eine umfassende Firmenbeschreibung zu verfassen, so macht es Sinn, diese individuell für jedes Portal mit anderem Wortlaut neu zu erstellen. Andernfalls bewertet Google die Firmenprofile als doppelt vorhandene Inhalte und stuft diese in ihrem Potenzial prominent in den Suchergebnissen zu ranken, ein wenig zurück.

Was gibt es beim Thema Kundenbewertung zu beachten?

Bewertungen von Kunden können ein wertvolles Akquise-Instrument zur Neukundengewinnung darstellen. Sind diese aktuell und positiv, dann steht einer Kontaktaufnahme durch einen interessierten Verbraucher nichts mehr im Wege, wenn er auf diese im Rahmen seiner Branchensuche gestoßen ist.

[image title=“bewertungsportale05″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/bewertungsportale05.jpg[/image]

Hierbei sollte jedoch klar sein, dass die Bewertungen stets „echt“ sein sollten und nicht durch das Unternehmen selbst online gestellt werden. Auch Bewertungen von Freunden und Bekannten gegenüber, die tatsächlich noch nie Kunde waren, sollte man kritisch gegenüber stehen, da derartige Bewertungen inhaltlich meist wenig Substanz bieten. Ebenso sprechen sich auch die Google Places Qualitätsrichtlinien dagegen aus, Geschenke und Vergünstigungen für Kunden für Bewertungen zu verteilen.

Ab ungefähr sechs bis acht Bewertungen wirkt ein Firmenprofil übrigens authentisch für die Nutzer. Dabei sollte klar sein, dass nur positive Bewertungen schon ein wenig merkwürdig wirken. Der Verbraucher wird sich in einem solchen Fall in der Regel eine zweite Meinung über ein alternatives Bewertungsportal bilden.

Eines ist jedoch offensichtlich: Bewertungen müssen von Betrieben aktiv eingeholt werden, Kunden sollten offline um Feedback gebeten werden, man kann auf klassischen Visitenkarten, Postern und Flyern um Online-Bewertungen bitten. Darüber hinaus ist selbstverständlich gerade der Kanal online prädestiniert dafür Bewertungen einzuholen.

Zahlreiche praxisorientierte Tipps rund um die Akquise von Kundenbewertungen findet man übrigens in meinem Artikel „Bewertungen, Reviews & Empfehlungen: Wie Kunden aktivieren?“, der oben bereits schon mal erwähnt wurde.

Auch für das Erstellen von Bewertungen gibt es auf Google Places gesonderte Richtlinien. Für Unternehmen lohnt es sich daher, diese ein Mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie geht man mit negativen Bewertungen um?

Es ist grundsätzlich sinnvoll auf erhebliche öffentliche Kritik im Web als Unternehmer zu reagieren. Dies erfolgt indem man sachlich Stellung nimmt, höflich bleibt und dem Kunden gegenüber – wenn möglich – Kulanz zeigt.

Da sehr viel mehr Nutzer im Internet nur passiv mitlesen, kann ein derartiges Verhalten sich sehr positiv zur Rufbildung auswirken. Auch hierfür liefert die Google Places Hilfe hilfreiche Tipps zum Antworten auf Beurteilungen, die darüber hinaus auch noch um offizielle Richtlinien zum Antworten auf Beurteilungen ergänzt werden. Für diesen Aspekt sollten lokale Unternehmen sich unbedingt die Zeit nehmen die aufgeführten Punkte zu überdenken und diese in die unternehmerische Praxis nutzbringend zu überführen.

Die allgemeinen Content-Richtlinien auf Google Places gelten für beiden Seiten – Unternehmer wie auch Bewertende – und bieten ebenfalls eine Hilfestellung, wie mit diversen inhaltlichen Problemen auf Google Places umzugehen ist.

Wie betreibt man Online Reputation-Management effektiv und dazu noch kostenlos?

Zunächst ein Mal ganz kurz, was Online Reputation-Mangement überhaupt bedeutet: Unter dieser Bezeichnung versteht man das kontinuierliche beobachten (Monitoring) und optimieren (Management) des „guten Rufs im Internet“ (Online-Reputation).

Für das Online Reputation-Monitoring stehen allerhand kostenlose, wie auch kostenpflichtige Tools im Web zur Verfügung. Ihnen allen ist gemein, dass sie in der Regel das Web sowie Suchergebnisse zu bestimmten Keywords (Firmenname, Produktbezeichnung, o.ä.) durchforsten und in einem Dashboard zusammenfassen.

So hat man stets die aktuellsten Äußerungen und Bewertungen eines Betriebs im Blick und kann zeitnah auf negative Kritik reagieren oder sich für positive Kundenstimmen online bedanken.

Eine der gängigsten Möglichkeiten, mit denen man den Google Index auf neue Inhalte hin beobachten kann, besteht mit dem Tool Google Alerts. Hier einfach ein paar Suchbegriffe definieren und schon erhält man stets die aktuellsten Fundstellen im Web zu diesen Keywords ins Postfach geliefert.

[image title=“bewertungsportale06″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/bewertungsportale06.jpg[/image]

Um die Äußerungen über ein bestimmtes Unternehmen oder zu spezifischen Dienstleistungen auf Twitter und Facebook zu beobachten, ist das Echtzeit-Tool Kurrently hervorragend geeignet. Es zeigt die aktuellsten Postings dieser beiden Social Media Plattformen zu ausgewählten Suchbegriffen an und bietet so noch rascher als Google Alerts die Möglichkeit in Echtzeit auf Äußerungen im Web zu reagieren.

Daneben gibt es, wie bereits angedeutet, eine Vielzahl weiterer Tools im Web die ein effizientes Online Reputation-Monitoring ermöglichen. Eine entsprechende Google Suche kann hier weiterhelfen.

Was hat der gute Ruf im Internet mit lokaler Suchmaschinenoptimierung & effektiver Kundengewinnung zu tun?

Sehr viel, denn das „Internet vergisst nicht“. Werden negative Kommentare und Bewertungen in einer wachsenden Anzahl im Internet veröffentlicht, wird heutzutage jedes Unternehmen darunter leiden. Da Bewertungen bei knapp der Hälfte der Verbraucher einen hohen Stellenwert bei der Wahl des richtigen Anbieters einnehmen, kann man diesen Aspekt als lokaler Unternehmen nicht ignorieren. Zu viele Nutzer informieren sich nämlich über Google über das ins Auge gefasste Unternehmen und vergleichen dabei die veröffentlichten Kundenstimmen.

[image title=“bewertungsportale07″ size=“large“ align=“center“ width=“630″ autoHeight=“true“ quality=“100″]http://ragazzigroup.de/wp-content/uploads/2011/08/bewertungsportale07.jpg[/image]

Interessierten sei außerdem in diesem Zusammenhang ein Hinweis auf den Beitrag „Stellenwert von Bewertungen & Reviews – eine aktuelle Studie“ empfohlen, in dem die Auswertung einer umfassenden Verbraucherstudie zur Meinungsbildung im Internet anhand von Bewertungen veröffentlicht wurde.

Sind nun auf mehreren Portalen überall negative Kundenmeinungen zu finden, ist es allerhöchste Zeit, sich um seinen „guten Ruf im Internet“ zu kümmern, da man andernfalls den Laden gleich dicht machen kann, oder aber man benennt seinen Betrieb gleich vollkommen um und wechselt dazu auch noch die Adresse.

Am Anfang steht dabei immer die Frage: „Bin ich schuld? Was habe ich falsch gemacht? Wo liegt mein Fehler?“ denn jedes negative Kundenfeedback ist eine Chance zu Verbesserung des Unternehmens. Wenn ein Betrieb diese Chance nicht klar erkennt, dann steht es in Zeiten von Social Media und Bewertungsplattform sehr schlecht um dessen Zukunft.

Eines muss außerdem klar sein: Da Google zusehends Nutzersignale für die Kalkulation der Rankings auswertet, werden Suchtreffer mit negativen Äußerungen über ein Unternehmen auch nicht weiter nach unten rutschen, denn hier dürfte das Benutzerverhalten recht eindeutig zeigen, dass die gefundenen Informationen eine hohe Relevanz aufweisen.

Zahlreiche positive Bewertungen auf unterschiedlichen Plattformen hingegen beeinflussen das Google Places Ranking positiv und tragen darüber hinaus erheblich dazu bei, dass Nutzer ein Unternehmen auch tatsächlich kontaktieren – eine regelrechte „Win Win“ Situation sozusagen.

Was für klassische SEO-Maßnahmen kann man einleiten, um negative Bewertungen zu verdrängen? Bringt das wirklich was?

Angesichts der soeben angesprochenen Nutzersignale hilft es dann womöglich auch immer weniger weiter, mit Hilfe von Maßnahmen aus dem Bereich der „klassischen Suchmaschinenoptimierung“ die eigene Online Reputation zu sanieren.

Bislang erfolgte die Optimierung der eigenen Online Reputation nämlich, indem positive Bewertungen mit externen Links versorgt wurden, so dass diese im Google Ranking etliche Positionen nach oben klettern. Dies hat im Umkehreffekt zur Folge, dass Suchresultate mit negativen Fundstellen „nach unten“ aus dem Blickfeld des Nutzers oder gar auf Seite 2 der Suchergebnisse „rutschen“.

Falls jedoch die nunmehr positiven Suchtreffer eine miserable Performance hinsichtlich der Nutzersignale aus Sicht des Google-Algorithmus aufweisen, dann werden diese wieder rasch absinken und die negativen Bewertungen sind wieder da wo sie richtig „weh tun“ und zwar ganz vorne auf Seite 1.

Langfristig hilft es lokalen Betrieben und Dienstleistern daher nur, wenn diese sich umfassend und kontinuierlich mit ihrem Image im Web befassen. Zwar wird man ggf. den einen oder anderen negativen Treffer nach hinten verdrängen können, eine nachhaltige Methode, um die Kundengewinnung im Internet auf einem hohen Niveau halten zu können, stellt dieser Ansatz jedoch nicht dar.

Bewertungen auf Bewertungsportalen – Fazit:

Bewertungen, egal ob direkt auf Google Places oder auf Bewertungsportalen, sind aus der heutigen Internetlandschaft kaum mehr wegzudenken. Zwar bieten Kundenbewertungen immer auch ein hohes Missbrauchspotenzial (Penetrante Eigenwerbung, Fälschungen der Konkurrenz, etc.), ihr Stellenwert im Rahmen der Entscheidungsfindung ist aber dennoch nicht von der Hand zu weisen.

Unternehmen, die sich nicht aktiv um Bewertungen bemühen werden häufiger negative als positive Bewertungen über sich finden, da in der Regel v.a. aus Frustration einzelne Beschwerden ihren Weg in die Öffentlichkeit finden, zufriedene Kunden sind halt in der Regel einfach nur zufrieden und haben keinen Grund sich öffentlich zu einem bestimmten Anbieter zu äußern.

Ein aktives Bewertungs-Management trägt demnach nachhaltig und kontinuierlich dazu bei, dass die Zahl der Bewertungen auf sämtlichen relevanten Bewertungsportalen stets steigt und dass diese auch noch authentisch sind. Auf negative Beurteilungen wird dabei idealerweise zeitnah reagiert und nachhaltig mit kulanten Angeboten einer Eskalation entgegengesteuert.

Hinsichtlich gezielter Maßnahmen im Rahmen der lokalen Suchmaschinenoptimierung sollte überdies darauf geachtet werden, ein Maximum an Sichtbarkeit zu erzielen, indem man seine Bewertungen – und auch Marketing-Maßnahmen generell – nicht nur auf Google fokussiert, sondern über etliche Kanäle verteilt.

Hat man sämtliche hier geäußerten Aspekte sinnvoll in Unternehmensprozesse implementiert und bietet dazu auch noch eine hohe Servicequalität an, dann sollte einer erfolgreichen Kundengewinnung mit Hilfe von Bewertungen auf Bewertungsportalen und Google Places kaum was im Wege stehen – viel Erfolg!

P.S. Ansonsten gilt es noch auf die längst angekündigten Google Plus Seiten für Unternehmen zu warten, für die eine Verknüpfung mit Google Places zu erwarten ist.

Über den Autor

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Sebastian Socha

Sebastian ist für das Bewertungsportal KennstDuEinen tätig. Dort ist er verantwortlich für den Bereich Produktentwicklung. Sebastian schreibt über die Themen „Lokale Suche“ und „Kundengewinnung im Internet“. Er bloggt auch regelmäßig auf blog.kennstdueinen.de

Artikelbild: Some rights reserved by Melissa Gray

  • Alexandra Graßler

    Mein Kompliment für diesen ausführlichen und informativen Artikel! Wollte das an dieser Stelle auch vertretend für eure anderen Beiträge mal loswerden und mich bei euch für eure tolle Arbeit bedanken.
    Alexandra Graßler
    http://www.wissensagentur.net

    • Vielen Dank! Das hört man gerne. Gebe ich auch direkt mal an Sebastian weiter.

  • Flo

    Super Artikel von Sebastian. Und auch sehr informativ. Kleine Anmerkung am Rande: Das mobile Themen zeigt die Shortcodes, die ihr anscheinend zum Layouten benutzt nicht an. Es erscheint nur der Code an sich. 🙂
    Is mir gerade beim Lesen so aufgefallen 🙂

    Schöne Grüße
    Flo

    • Hallo Flo,

      danke für den Hinweis. Wollte das mobile Theme ohnehin abschalten.

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