

Instrumente gibt es viele. Chirurgen nutzen Instrumente um uns zu heilen, Piloten um Flugzeuge auf Kurs zu halten und Musiker um unseren Ohren zu schmeicheln. Im Marketing sprechen wir ebenfalls von Instrumenten. Instrumente zur Kommunikations, zur Kontrolle und nicht zuletzt für den Verkauf. All diese Instrumente haben eins gemeinsam. Jedes einzelne erfüllt seine individuelle Aufgabe sehr gut wenn der Nutzer weiß wie er damit umgehen muss. Aber nur in Ihrer Summe entfalten sie ihre volle Kraft.
Der Chirurg könnte mit einem Skalpell alleine nicht viel ausrichten, der Höhenmesser alleine reicht nicht für einen angenehmen Flug. Ein Musikinstrument alleine kann schon sehr schön klingen, im Arrangement jedoch entsteht eine viel größere musikalische Vielfalt und Kraft.
In der Marken-Kommunikation verhält es sich genauso. Jedes Instrument, kann alleine seinen Zweck erfüllen. Erst die strukturiere und koordinierte Kombination entfaltet jedoch die wahre Macht. Genau wie in der Musik haben wir hier auch den kreativen Freiraum nicht auf klassische Instrumente beschränkt zu sein, sondern können auf vielfältigen und kreativen Wegen Klänge erzeugen. Wer hat nicht als Kind schon mal auf Kochtöpfen Schlagzeug gespielt?! Zugegeben es war nur krach, aber die Aufmerksamkeit unserer Eltern war uns sicher.
Während es für Kinder noch einfach ist die Aufmerksamkeit der Eltern durch ein Kochtopf-Solo zu erlangen, ist es für Unternehmen ungleich schwerer Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Viele Unternehmen sitzen auch wie Kinder im Sandkasten und machen mal mehr mal weniger Krach. Zu oft geht es jedoch im Geschrei der anderen Kinder unter.
Unternehmen müssen heute ihre Instrumente gut stimmen und perfekt arrangieren um ihr Publikum zu bewegen. Was für die meisten großen Unternehmen selbstverständlich ist (oder zumindest sein sollte) wird auch zunehmend für kleine und mittelständische Betriebe wichtig und vor allem bezahlbar. Besser ausgedrückt: Es kommt nicht mehr alleine auf das Budget an, sondern viel mehr auf den kreativen Einsatz und die Kombination der Instrumente die uns heute geboten werden.
Die drei folgenden Videos sollen veranschaulichen was hier gemeint ist. In allen drei Videos wird das Lied “Africa” von Toto gespielt. Dies ist somit die Botschaft die transportiert wird.
Beispiel 1 – Das Solo
Andy McKee holt aus seiner Akustik Gitarre alles raus. Es fällt aber auf, dass auch er die Gitarre nicht “nur” als Gitarre benutzt. Ohne Zweifel, sehr schön anzuhören. Das Video hat seit dem 01.08.2008 rund 420.000 Aufrufe bei YouTube.
Beispiel 2 – Die Kombination von Instrumenten
Toto – Das Original live in Amsterdam. Klassiker und muss sicher nicht weiter kommentiert werden. Rund 6,5 Mio. Aufrufe seit dem 20.06.2008
Beispiel 3 – Ohne gewohnte Instrumente
Was passiert nun wenn wir die klassischen Instrumente bei Seite legen, gute Leute zusammenbringen und uns Gedanken machen wie wir mit dem was wir haben, unsere Botschaft krativ transportieren können? Ein Perpetuum Mobile des Marketing werden wir sicher auch dann nicht entwickeln können. Die slovenische Gruppe Perpetuum Jazzile veranschaulicht mit ihre Darbietung von “Africa” aber ganz schön was hier gemeint ist. Rund 20. Mio. Aufrufe seit dem 27.05.2009.
Fazit
Es reicht heute nicht mehr aus wenn man nur die klassischen Instrumente spielen kann. Viel wichtiger wird es sich mal dem ganzen Lärm zu entziehen und zu überlegen wie man herausstechen kann. Betrachtet man den ganzen Marketingzirkus mal von oben, so wird schnell deutlich wie viel von dem was Unternehmen so anstellen einfach nur verpufft oder völlig am Kunden vorbei geht.
Kleine Unternehmen oder StartUps mit guten (Marketing) Ideen können es heute durchaus mit Konzernen aufnehmen. Ein großer Teil der “Sendeplätze” im Web ist heute, vom Zeitaufwand abgesehen, kostenlos. Wer sein Orchester gut arrangiert, gute Ideen hat und seine Botschaft kreativ verpackt, kann mit Hilfe des Social Web nicht nur viele sondern auch die richtigen Personen erreichen.
Natürlich brauchen wir auch in Zukunft allerhand Experten aus verschiedenen Bereichen wie, Webentwicklung, Design, SEO, Social Media, PR etc., die mehr als die Tonleiter auf ihren Instrumenten spielen können. Die wichtigste Rolle wird aber der Kommunikations Experte spielen, der das Publikum gut kennt und die Rollen des Komponisten und des Dirigenten übernimmt.
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