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Was uns Katzen über Social Media Marketing beibringen können

Social Media Marketing ist in aller Munde. Viele Unternehmen und Agenturen versuchen die Regeln und Verhaltensmuster sozialer Medien und Netzwerke zu verstehen und gewinnbringend zu nutzen. Die, die selbst der Meinung sind den Durchblick zu haben, nennen sich dann auch schnell Social Media Marketing Berater. Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Agenturen aus dem Boden sprießen, die den erhöhten Beratungsbedarf bedienen wollen. Es gibt kaum noch eine Marketingagentur, die nicht auch Social Media Marketing in ihrem Leistungskatalog aufführt. Zusätzlich ist schon lange eine unaufhaltsame Informationsflut zu dem Thema ausgebrochen. Keine Frage, es ist ein spannendes Thema und der Bedarf an Informationen wird in Zukunft sicher noch wachsen. Oft liegen die besten Tipps aber ganz nahe und man muß nur die Augen aufhalten. In diesem Fall kamen die Tipps für mich in Gestalt eines Vierbeiners, im Garten meiner Oma daher. Es war ihre Katze, die mir folgendes vor Augen geführt hat:

  • Katzen schreien nicht, sie betteln nicht und fordern keine Aufmerksamkeit. Sie erbitten sie lediglich. Dabei haben sie ein sehr gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt und gehen einem in der Regel nicht auf die Nerven wenn man sie ignoriert.

Social Media Marketing funktioniert nicht mit der Brechstange. Die, die am lautesten schreien, werden in den wenigsten Fällen Erfolg haben. Es geht darum, die Aufmerksamkeit der Menschen auf eine viel subtilere Weise zu erregen. Sind die Inhalte, das Produkt oder was auch immer, nicht geeignet oder es einfach nicht Wert Aufmerksamkeit zu bekommen, so nutzt es auch nichts wenn man aggressiver vorgeht. Im Gegenteil es wird sogar schaden.

  • Katzen wissen sich in Szene zu setzen. Wollen sie Aufmerksamkeit so positionieren sie sich nahezu perfekt, so dass man sie nicht übersieht.

Social Media Marketing erfordert ebenfalls eine gute Positionierung. Die Kanäle und Plattformen müssen sinnvoll ausgewählt werden. Es macht keinen Sinn auf allen Kanälen wie verrückt zu senden. Viel mehr geht es darum, dort präsent zu sein wo auch das eigene Publikum ist. Natürlich ist es wichtig auch wahrgenommen zu werden. Aber auch hier gilt es wieder das richtige Maß zu treffen. Die Lautesten werden schnell ignoriert. Beispielsweise nervt es mich sehr, wenn auf Twitter einzelne User alle paar Stunden eine ganze Batterie von Tweets abfeuern. Dann heißt es schnell „Unfollow“.

  • Katzen sind hervorande Beobachter. Sie springen nicht einfach in den Ring. Sie beobachten, schauen zu und lernen sich anzupassen.

Social Media Marketing kann man nicht einfach „machen“. Es gilt erstmal zu beobachten. Wie verhält sich mein Publikum, was gefällt ihnen, wie reagieren sie auf verschiedene Aktionen, was machen meine Mitbewerber? Mit der Zeit lernt man so eine Menge über die Zielgruppe und kann die eigene Strategie daran ausrichten. Wer ohne Vorbereitung einfach in den Ring springt, wird schnell am Boden liegen.

  • Katzen geben Aufmerksamkeit in einem angemessenen Ausmaß zurück. Oft scheint es so, als ob sie es spüren wenn ihr Besitzer Aufmerksamkeit wünscht.

Social Media Marketing erfordert Einfühlungsvermögen. Es gilt herauszufinden wie viel Information gut ist und wo der Punkt erreicht ist an dem es zu viel wird. Übereifer kann schnell negative Folgen haben, wie das Beispiel von „Berta“ zeigt

  • Katzen verstehen es zu kommunizieren. Sie wissen es zu schätzen wenn man sich mit ihnen beschäftigt und lassen es zu.

Bei Social Media Marketing geht es um Kommunikation. Daher ist es wichtig dem eigenen Publikum auch eine Möglichkeit zur Kommunikation zu geben. Das kann die Kommentarfunktion des Blogs sein, die Facebook Seite, Twitter, Foren usw. Man sollte es zu schätzen wissen, wenn andere sich die Zeit nehmen einen Kommentar abzugeben und sollte auch dementsprechend darauf reagieren. Auch negative Kommentare sollte man zulassen. Tut man das nicht, so wird der Kommentar früher oder später an anderer Stelle auftauchen und in der Regeln noch negativer ausfallen.

  • Katzen sind keine „Sender“. Sie sind dialogorientiert und scheinen verstanden zu haben, dass es um geben und nehmen geht.

Gute Kommunikation bedeutet Dialog. Man sollte den Dialog aktiv fördern und sich auch auf anderen Plattformen und Blogs konstruktiv beteiligen und ihnen Raum zur Entfaltung geben. Wer sich dem Dialog verschließt und zu geizig ist auch mal andere Inhalte zu verlinken, wird mit Social Media Marketing nicht viel Erfolg haben.

Bild: Evil Cat by gagilias