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Vorteile und Risiken von Corporate Blogs

Corporate Blogs bieten grundsätzlich eine Menge Potential, werden aber häufig überbewertet und bringen auch einige Risiken mit sich. Gerade junge Start-Ups beginnen mit einem Blog oft im selben Moment, wie sie ihre Webseite Online stellen und glauben damit im Handumdrehen viele Interessenten und Kunden für ihr Unternehmen zu gewinnen. Die Ernüchterung kommt dann oft recht schnell und der Blog fängt an zu verweisen. Die positiven Effekte, die ein guter Corporate Blog ohne Zweifel mit sich bringt, können sich nur dann entfalten wenn auch ein Plan und Ausdauer dahintersteckt. Im heutigen Artikel möchte daher auf die Vorteile und Risiken eines Corporate Blogs eingehen.

Vorteile eines Corporate Blogs

Google liebt Blogs

Corporate Blogs sind Traffic-Magneten. Aus technischer Sicht ist ein Blog nichts anderes als einen Contentmanagement System. Wird der Corporate Blog nun regelmäßig mit neuen Artikeln gefüllt, so baust Du mit der Zeit ein großes Archiv von Artikeln mit relevanten Keywords auf. Dieses Archiv ist das Futter für die Suchmaschinen. Liefert Dein Blog hochwertige Inhalte, so schmeckt das auch den Lesern und sie werden gerne wiederkommen. Schreibe in erster Linie immer für die Leser und nicht für die Suchmaschinen.

Corporate Blogs bauen Vertrauen auf.

Beziehungsmarketing ist nicht Neues. Je höher das Vertrauen zu Deinem Unternehmen ist, desto eher sind Interessenten auch gewillt Kunden zu werden und bestehende Kunden bleiben treu. Corporate Blogs helfen einen offenen Dialog zu führen und unterstützen die Kundenbindung. Kunden und Interessenten können sich aktiv beteiligen und die Inhalte verbreiten.

Corporate Blogs helfen beim Krisenmanagement

Ein Corporate Blog gibt Dir die Möglichkeit Informationen schnell zu publizieren und ist daher wesentlich besser für das Krisenmanagement geeignet, als klassische Medien. Die Inhalte sind für Leser sofort verfügbar und werden in der Regel auch von Suchmaschinen innerhalb kürzester Zeit erfasst. Zudem können die Leser direkt auf Botschaften reagieren und mit dem Autor in einen Dialog treten.

Branding und Reputation

Menschen denken über vielerlei Dinge nach, aber nur die wenigsten nehmen sich die Zeit diese Gedanken auch niederzuschreiben. Der Autor eines guten Corporates Blogs ist gezwungen sich mit seiner Branche noch intensiver auseinanderzusetzen und seine Gedanken niederzuschreiben. Macht Du es richtig, zeigst Du damit unweigerlich einen Teil Deiner Persönlichkeit, trägst damit zur Markenbildung bei und beeinflusst aktiv die öffentliche Wahrnehmung deines Unternehmens.

Corporate Blogs sind ein Unterscheidungsmerkmal

Während einige große Unternehmen die Vorteile von Corporate Blogs bereits erkannt haben und zum Teil erfolgreich einsetzten, sind diese bei kleinen und mittelständischen Unternehmen noch nicht so weit verbreitet. Viele kleine Unternehmen vernachlässigen ihre Webseite und verschenken eine Menge Potential. Gerade als KMU ist ein Corporate Blog eine echtes Unterscheidungsmerkmal, mit dem Du dich von Deinen Mitbewerbern abheben kannst.

Corporate Blogs schaffen Transparenz

Um Vertrauen aufzubauen ist Transparenz heute wichtiger denn je. Ein Corporate Blog signalisiert, dass Du nichts zu verbergen hast. Mit den richtigen internen Richtlinien zur Führung des Corporate Blogs stellst Du sicher, dass dem Kunden gegenüber genügend Transparenz entsteht, wichtige Firmengeheimnisse aber auch geheim bleiben. Je offener und ehrlicher Du bist, desto höher wird auch das Vertrauen sein, dass man Deinem Unternehmen entgegen bringt.

Kundenbetreuung und Feedback

Als direkter Kommunikationskanal liefert ein Corporate Blog auch direktes Feedback. Dieses hilft, Deine Kunden und deren Bedürfnisse besser zu verstehen. Durch die große Reichweite bringt ein Blog Dich Deinen Kunden näher und ermöglicht Dir den Service zu liefern, den sie sich wünschen und Produkte an ihre Bedürfnisse anzupassen. Zufriedene Kunden empfehlen Produkte auch gerne weiter.

Corporate Blogs zeigen Persönlichkeit

Corporate Blogs sind dialogorientiert und verleihen Deinem Unternehmen eine menschliche Stimme.  Zumindest sollten sie das. Interessenten und Kunden kommunizieren lieber mit Menschen als mit anonymen Unternehmen. Ein Corporate Blog hilft Dir dabei Dein Unternehmen menschlicher zu präsentieren und stellt deine Persönlichkeit in den Vordergrund.

Social Media

Corporate Blogs sind in meinen Augen die perfekte Grundlage für alle weiteren Aktivitäten im Social Media Marketing. Gut Inhalte werden gerne verbreitet und können so eine Menge Besucher über soziale Netzwerke und Medien bringen. Gleichzeitig helfen Sie dabei eine eigene Community aufzubauen.

Risiken eines Corporate Blogs

Zu den Risiken ist zunächstmal zu sagen, dass Sie durch eine vernünftige Planung größtenteils minimiert oder auch ganz ausgeräumt werden können. Wer einfach ohne Plan loslegt, geht in erster Linie das Risiko ein seine wertvolle Zeit zu verschwenden.

Zeit und Kosten

Oft wird angeführt, dass ein Blog ein tolles kostenloses Marketinginstrument wäre. Aber wie heißt es so schön: Zeit ist Geld. Genau dieser Punkt wird oft völlig unterschätzt. Ein vernünftig geführter Blog nimmt eine Menge Zeit in Anspruch, darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der mit dem Gedanken spielt einen Blog zu starten. Wer die Zeit nicht hat, oder niemanden im Unternehmen dafür bezahlen will, sollte es lieber gleich sein lassen.

Den Blog als reine Werbeplattform nutzen

Wer seinen Blog nur als reine Werbeplattform für die eigenen Dienstleistungen oder Produkte nutzt, wird langfristig keinen Erfolg damit haben. Du solltest schon selber Interesse an den Themen haben und Spaß darüber zu schreiben. Ein Blog ist keine Einbahnstraße, sondern bedeutet Kommunikation und sollte den Lesern eine Mischung aus Information und Unterhaltung bieten. Denk immer darüber nach, ob Du das was Du schreibst auch selber gerne lesen würdest.

Mehr Öffentlichkeit

Durch einen Blog wird das eigenen Unternehmen transparenter und gleichzeitig öffentlicher. Das hat viele Vorteile, birgt aber auch einige Risiken. Es wird nicht immer nur positive Kommentare geben. Ein unzufriedener Kunde, ob berechtigt oder nicht, kann so seinen Ärger auch auf der eigenen Unternehmensseite öffentlich machen. Das kann er allerding auch bei Facebook oder Twitter. Den Kommentar nicht zu veröffentlichen verbessert die Situation in der Regel nicht. Besser man reagiert vernünftig darauf und zeigt so, dass man auf Kunden eingehen kann.

Fehlende Kontinuität

Ein Blog lebt von regelmäßigen Beiträgen, vernachlässigt man ihn, wirft das kein gutes Licht auf den Betreiber. Wie bereits erwähnt wird der Zeitaufwand eines Blog oft unterschätzt. Hat man nicht die Zeit oder Ressourcen kontinuierlich für neue Inhalte zu sorgen, sollte man besser auf einen Blog verzichten.

Fazit

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Vorteile eines Corporate Blogs überwiegen wenn dieser vernünftig und kontinuierlich geführt wird und die Inhalte dem Leser einen echten Mehrwert bieten. Um das zu erreichen ist aber eine Menge Zeitaufwand nötig, den sicher nicht jeder aufbringen kann. Am sinnvollsten und glaubwürdigsten ist ein Blog wenn er vom Firmeninhaber selbst geführt wird. Übernimmt dies ein Mitarbeiter oder gar eine Agentur, so ist es unerlässlich, dass klare Richtlinien für die Inhalte des Blogs aufgestellt werden. In einem der nächsten Artikel werde ich darauf eingehen, welche Punkte bei der Planung eines Corporate Blogs zu beachten sind.

Ein gutes Beispiel für einen Corporate Blog ist in meinen Augen Brainwash von den Webguerillas. Wer von euch kennt noch weitere gute Beispiele für Corporate Blogs?

Bild: Newseum by rcade