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Das Web 2.0 bietet uns als Konsumenten nicht nur die Möglichkeit zu jeder Uhrzeit Essen zu bestellen, sondern auch Bücher zu kaufen, die uns innerhalb von wenigen Stunden nach Hause geliefert werden. Mittlerweile gibt es auch Unternehmen die Möglichkeit, fast alle Dienstleistungen über das Internet einzukaufen.

Wie Gunnar Berning in seinem Artikel „10 Aufgaben die man besser von (externen) Experten erledigen lässt“ schreibt, gibt es gute Gründe dafür, dass ein Unternehmen bestimmte Aufgaben von externen Experten erledigen lässt. Eine gute Möglichkeit an externe Fachleute zu kommen ist über Crowdsourcing.

Wenn Unternehmen zum Beispiel ihre Design-Bedürfnisse outsourcen möchten, bietet ihnen „Creative Crowdsourcing“ die Möglichkeit auf eine große Designer-Community zuzugreifen.

Was bedeutet Creative Crowdsourcing?

Crowdsourcing wurde 2006 von Jeff Howe definiert und bedeutet, dass Unternehmen sich Dienstleistungen im Internet kaufen. Dabei greifen sie auf eine große Gruppe an Experten zu und geben die Aufgabe an diese ab. Sie schöpfen sozusagen aus einer Menge von Experten eine Dienstleistung.

Beim Creative Crowdsourcing bezieht sich die crowdgesourcte Aufgabe auf eine kreative Leistung, die eine Designer-Crowd für das Unternehmen ausführt. Auftraggeber schreiben die Aufgabe auf einem Online-Portal aus, legen den Preis fest, den sie für das Design bezahlen möchten und Designer nehmen im Wettbewerb teil. Am Ende kauft der Auftraggeber das Design das ihm gefällt und nur, wenn ihm eines gefällt.

Unternehmen können auf Creative Crowdsourcing Portalen Wettbewerbe für ganz unterschiedliche Kreativ-Aufgaben ausschreiben:

  • Namensfindung
  • Slogans/Claims
  • Logo Design
  • Webdesigns
  • Flyer
  • Banner
  • Social Media Design
  • Visitenkarten
  • Multimedia
  • Produktdesign
Vorteile von Creative Crowdsourcing

Auch wenn viele Unternehmen denken, dass sie eigentlich ganz zufrieden mit ihrer Agentur oder ihrem Freelancer sind, liegt es meist daran, dass sie keine andere Möglichkeit kennen um an Design zu kommen. Aber während die Kosten für die Agentur oft einen kleinen Herzinfarkt verursacht und ein Freelancer einfach keine große Vielfalt bieten kann, kommt Creative Crowdsourcing mit seinen Vorteilen den Unternehmen entgegen:

  • Kosteneffizienz: Da die Auftraggeber den Preis für das Design selbst festlegen, kann es das Budget eigentlich nie sprengen. Jedoch ist der Preis für die Motivation der Designer ein enorm wichtiger Faktor, denn je höher der Preis der Ausschreibung, desto höher sind sie motiviert zu gewinnen und strengen sich noch mehr an.
  • Vielzahl an Designs zur Auswahl: An einem Design-Wettbewerb nehmen viele Designer teil und reichen mehrere Entwürfe ein. Oft werden mehr als 100 Entwürfe für z.B. ein Logo Design vorgeschlagen
  • Kulturelle Vielfalt: Das Internet macht es möglich, dass Unternehmen mit Designern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten können. Oft macht der etwas andere kulturelle Hintergrund das gewisse Extra am Design aus.
  • Zeitersparnis: Creative Crowdsourcing bietet den Auftraggeber örtliche und zeitliche Unabhängigkeit für sein Projekt. Er muss keinen Freelancer oder eine Agentur suchen, die im optimalen Fall vor Ort wäre. Zudem sind keine Meetings für‘s Briefing oder Feedbackrunden notwendig, da alles online gemacht wird.
Neben wichtigen Faktoren wie die Kosten- und Zeitersparnis macht die Nutzung von Creative Crowdsourcing auch Spaß. Der Austausch mit vielen Kreativen weckt neue Inspirationen und Ideen für das eigene Unternehmen.

Außerdem bietet ein Design-Wettbewerb eine gute Möglichkeit eine PR-Story im Web zu verteilen. Man kann z.B. einen Logo Wettbewerb auf der Plattform 12designer.com ausschreiben und erreicht dadurch tausende Designer, die die Design-Aufgabe bearbeiten. Weiterhin kann man seinen Wettbewerb auf Social Media Kanälen kommunizieren, indem man z.B. die Fans auf Facebook über die Logos abstimmen lässt. Dadurch bezieht man zum einen seine Kunden in die Unternehmensentscheidungen mit ein, was immer gut angenommen wird und zum anderen geben die Kundenmeinungen ein Feedback zum Unternehmen. Welches Logo passt in den Augen der Kunden zum Unternehmen? Womit assoziieren sie das Unternehmen?

Die Ankündigung eines Logo Redesigns, und das im Zuge eines Wettbewerbs, bietet zudem immer einen guten Aufhänger für eine Pressemitteilung. Man fordert seine Interessenten und Kunden auf mitzumachen, mitzugestalten und mitzubestimmen. Man sollte versuchen ein Budget für einen Preis einzurichten, damit die Teilnahme mit einem Geschenk belohnt wird.

Nachteile von Creative Crowdsourcing

Doch wer jetzt denkt, dass Creative Crowdsourcing Agenturen und Freelancer überflüssig macht, irrt sich. Es gibt Situationen, in denen der umfangreichen Service einer Agentur unabdingbar ist. Denn Creative Crowdsourcing funktioniert sehr eigenständig und erfordert eine komplette selbstständige Realisierung des Wettbewerbs durch das Unternehmen. Auftraggeber die eine umfangreichere Betreuung wünschen, sind bei einer Agentur besser aufgehoben. Wer keine Ahnung hat, was er eigentlich für ein Corporate Design möchte und eine Beratung braucht, sollte auch mit einer Agentur zusammenarbeiten.

Auftraggeber, die genau wissen wie ihr Design aussehen soll und nur jemanden brauchen der das umsetzt, sind mit einem Freelancer, den sie entweder vor Ort oder z.B. auf twago.de finden, besser bedient.

Auch wer denkt, dass ein Design-Wettbewerb ohne eigenen Einsatz oder Feedback funktioniert, täuscht sich. Die Designer sind auf ständigen Austausch und Bewertungen angewiesen. Man muss den Wettbewerb und die Designer leiten, damit man zu seinem Wunsch-Design kommt.

Außerdem sollte man zeitlich relativ flexibel sein. Je nach Auftragslage auf den Plattformen, je nach Aufgabe und je nach Preis, starten die Designer früher oder später mit einem Projekt. Man sollte sich darauf einstellen, dass einige Feedbackrunden länger brauchen könnten und dass sich das Ergebnis des Design-Wettbewerbs zeitlich nach hinter verschieben könnte.

Fazit

Creative Crowdsourcing ist ein neuer Weg, um Design-Aufgaben extern erledigen zu lassen. Wer Internet-Affinität hegt und gerne neue Dinge ausprobiert, ist damit auf jeden Fall gut bedient. Ebenso wenn er keine Agentur oder Freelancer kennt und den Weg übers Internet auf jeden Fall gehen wird. Auch wer ein kleineres Budget hat und sich gerne von vielen Designs berieseln lässt, um dann das Beste auszuwählen, fährt mit dieser Variante richtig.

Eine schnelle und außergewöhnlich professionelle Umsetzung sollte nicht die oberste Priorität sein, wenn man Creative Crowdsourcing nutzt. Allerdings wird dies oft durch die Vielfalt der Designs ausgeglichen und reicht für viele am Anfang.

Auch wenn Creative Crowdsourcing noch relativ neu ist, hat es sich dennoch sehr schnell etabliert und weiterentwickelt. Schrittweise passen Betreiber von Creative Crowdsourcing Plattformen ihren Service Agenturen an. Auch in Zukunft wird die Creative Crowdsourcing Qualität und Quantität in einem Maße vereinen, das es bei Unternehmen an größerer Beliebtheit gewinnt und diese in vollem Umfang davon profitieren können.

Über die Autorin

Eva Köster ist Country Managerin DACH für 12designer.com, Europas größter Creative Crowdsourcing Plattform mit über 19.000 Kreativen und 8.000 Auftraggebern (Stand März 2012).

Eva Köster arbeitet seit Januar 2009 als Online Marketing Expertin in StartUps und Agenturen und beschäftigt sich seit Beginn ihrer Aufgabe bei 12designer mit dem Thema Creative Crowdsourcing für Unternehmen.

Während und nach ihrem Studium zur Diplom-Kommunikationswirtin, verbrachte Eva Köster mehrere Jahre im Ausland, wo sie für paneuropäische Märkte das Online Marketing machte.

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